Hinter ICD-Codes steht in Deutschland oft ein zusätzlicher Buchstabe: I10 G, F32.9 V, C50.9 A. Diese Zusatzkennzeichen geben die Diagnosesicherheit an und sind für das Verständnis von Befunden entscheidend.
Die vier Kennzeichen
G = gesicherte Diagnose. Die Erkrankung wurde nachgewiesen und gilt als bestätigt.
V = Verdacht auf. Die Diagnose wird vermutet, ist aber noch nicht gesichert. Weitere Untersuchungen folgen meist.
A = ausgeschlossen. Die Diagnose wurde geprüft und ausgeschlossen. Ein schlimm klingender Code mit A dahinter bedeutet: Entwarnung, genau das hast du nicht.
Z = Zustand nach. Die Erkrankung lag früher vor und ist abgeschlossen, bleibt aber dokumentationsrelevant (z. B. Z.n. Herzinfarkt).
Warum das wichtig ist
Ohne Zusatzkennzeichen kann eine Diagnoseliste dramatischer wirken als sie ist. Wer in seiner Patientenakte oder Abrechnung einen Krebs-Code entdeckt, sollte zuerst auf das Kennzeichen schauen: Mit A dahinter wurde die Erkrankung ausgeschlossen, mit V ist sie lediglich in Abklärung.
Wo die Kennzeichen auftauchen
Vor allem in der vertragsärztlichen Abrechnung, in Praxissoftware-Ausdrucken und Patientenquittungen. In Krankenhausdiagnosen (Entlassbriefen) sind sie seltener, dort gilt eine dokumentierte Diagnose in der Regel als gesichert.
Wichtiger Hinweis: Diagnosen.org ist ein Nachschlagewerk und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt, außerhalb der Sprechzeiten an den Bereitschaftsdienst unter 116 117, in Notfällen an den Notruf 112.