Der Arztbrief (offiziell: Entlassungsbrief oder Epikrise) ist das zentrale Dokument der medizinischen Kommunikation. Er fasst zusammen, was untersucht, festgestellt und behandelt wurde, ist aber für Kollegen geschrieben, nicht für Patienten. Mit etwas Systematik wird er trotzdem lesbar.
Der typische Aufbau
Fast jeder Arztbrief folgt demselben Schema: Diagnosen (die wichtigste zuerst, oft mit ICD-Codes), Anamnese (deine Krankengeschichte), Befunde (Untersuchungsergebnisse), Epikrise (die zusammenfassende Beurteilung, das Herzstück) und Therapieempfehlung (Medikationsplan, weitere Schritte).
Die wichtigsten Abkürzungen
Z.n. bedeutet „Zustand nach“ (eine abgeschlossene frühere Erkrankung oder OP). V.a. heißt „Verdacht auf“ (noch nicht gesichert). DD steht für Differentialdiagnose (alternative Erklärungen). o.B. heißt „ohne Befund“, also unauffällig. Ein umfangreiches Abkürzungs-Lexikon findest du in unserer Abkürzungs-Datenbank.
Diagnosesicherheit beachten
Hinter ICD-Codes stehen oft Zusatzkennzeichen: G = gesicherte Diagnose, V = Verdacht, A = ausgeschlossen, Z = Zustand nach. Ein „A“ hinter einer schlimm klingenden Diagnose bedeutet: Sie wurde geprüft und ausgeschlossen, kein Grund zur Sorge.
Bei Unklarheiten: nachfragen
Du hast das Recht, deinen Arztbrief zu verstehen. Bitte deine Ärztin oder deinen Arzt, unklare Passagen zu erklären. Seit einigen Jahren haben gesetzlich Versicherte zudem Anspruch auf verständliche Patientenbriefe in vielen Kliniken.
Wichtiger Hinweis: Diagnosen.org ist ein Nachschlagewerk und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt, außerhalb der Sprechzeiten an den Bereitschaftsdienst unter 116 117, in Notfällen an den Notruf 112.